astrologisches glossar

Dekanate

Jedes Tierkreiszeichen besteht aus 30 °. Unterteilt man diesen Bereich nochmals, erhält man 3 Segmente mit jeweils 10°, die sogenannten Dekanate (aus dem lateinischen "decem" – Zehn).

Die Dekanate sind Bestandteil der essentiellen Würden. Es handelt sich hier um die kleinste positive Würde. Es gibt verschiedene Systeme der Herrschaft über die Dekanate. Ich gebrauche das System nach der chaldäischen Reihe, wie man es in der Liste der Würden nach Ptolemäus findet. Man beachte allerdings, dass das 1. Dekanat des Widders nicht vom Saturn, sondern von Mars beherrscht wird. Danach folgen die Planeten wie in der chaldäischen Reihe.

Steht ein Planet im Dekanat eines anderen Planeten, so ist er wie ein Verbündeter oder Freund.

Deutungseinschränkungen

Unter Deutungseinschränkungen versteht man bestimmte Bedingungen, unter welchen man ein Stundenhoroskop nicht oder nur mit Vorsicht deuten soll. Zu diesen Einschränkungen gehören:

    - Aszendent in den ersten drei Graden eines Zeichens. Dies soll bedeuten: Die Frage kommt
      zu früh. Es kann sein, dass noch nicht alle notwendigen Informationen vorliegen oder dass
      sich noch grundlegend etwas ändert.
    - Aszendent in den letzten drei Graden eines Zeichens. Dies soll bedeuten: Die Frage kommt
      zu spät. Wenn es z. B. um eine Entscheidungsfrage geht, könnte dieser Aszendent anzeigen,
      dass die Entscheidung schon gefallen ist und man selbst keinen Einfluss mehr nehmen kann.
    - Die Frage wird nicht widergespiegelt (siehe Widerspiegelung).
    - Manche Astrologen zählen den Mond im Leerlauf dazu, da dieser häufig bedeutet, dass in der
      Angelegenheit nichts mehr passiert. Ich persönlich teile diese Auffassung nicht, sondern
      glaube, dass man in jedem Fall ein Horoskop mit einem Leerlauf-Mond deuten kann. Dass sich
      in einer Angelegenheit nichts mehr verändert ist ja auch eine Antwort.
    - Saturn im 7. Haus. Dies ist eine alte Regel. Sie warnt den Astrologen, denn dieser wird, wenn
      er für den Fragenden tätig ist, auch dem 7. Haus zugeordnet. Saturn in diesem Haus, ein
      Übeltäter, kann also bedeuten, dass der Astrologe Schwierigkeiten bekommen kann.
    - Stundenastrologen, welche auch mit den neuen Planeten arbeiten, warnen auch vor Neptun im
      1. Haus. Dies soll eventuell anzeigen, dass der Fragende momentan nicht in der Lage ist,
      einen klaren Gedanken zu fassen, geschweige denn eine klare Frage zu stellen.

Die Handhabung der Deutungseinschränkungen ist unter Astrologen umstritten.

Die Beantwortung unethischer Fragen sollten von einem Astrologen abgelehnt werden.

Dispositor

Ein Dispositor ist wie ein Hausherr. Steht z. B. Mars im Löwen, dann ist die Sonne, als Herrscher über das Tierkreiszeichen Löwe, der Dispositor über den Mars. Mars ist hier wie ein Pächter, er kann an diesem Ort nicht tun und lassen was er will, sondern muss sich den Regeln der Sonne unterwerfen. Ein Planet, der von einem anderen Planeten disponiert wird, ist nicht unabhängig.

Domizil

Ein Planet steht im Domizil, wenn er in dem Zeichen steht, welches er selbst beherrscht. Das Domizil ist die stärkste essentielle Würde, der Planet ist "Zuhause", sein eigener Herr. Er ist hier von niemandem abhängig. Astrologen sagen häufig: "Der Planet hat viel Würde". Ein Planet im Domizil kann seine positiven Eigenschaften gut entwickeln. Wie sehr er diese einsetzen kann, entscheiden die akzidentiellen Würden.

Die Domizile der klassischen Planeten sind:

   - Saturn – Steinbock/Wassermann
   - Jupiter – Schütze/Fische
   - Mars – Widder/Skorpion
   - Sonne – Löwe
   - Merkur – Zwillinge/Jungfrau
   - Venus – Stier/Waage
   - Mond – Krebs

Doppelbeziehung

Hier steht ein Planet sowohl für den Fragenden, als auch für das, wonach gefragt wird. Die Doppelbeziehung gilt als eine Art Widerspiegelung. Manche Astrologen bewerten das Vorhandensein einer Doppelbeziehung schon als positives Signal für den Ausgang der Frage.

Drehen

Stellt man eine Frage, welche einen nicht selbst betrifft, z. B. "Wo ist die Brille meiner Tochter?", dann muss das Horoskop für die Signifikatorenbestimmung gedreht werden. Dies ist eine Technik, bei der die Häuser umnummeriert werden. Bei dem obigen Beispiel bin ich, die Fragende, der Aszendent. Meine Tochter wird durch das 5. Haus dargestellt.

Nun machen wir folgendes: Wir geben dem 5. Haus der Tochter eine 1. Wir tun so, als wenn sie die Frage gestellt hätte. Dies nennt man drehen. Beweglicher Besitz, wie eine Brille es ist, wird grundsätzlich durch das 2. Haus angezeigt. Die Brille als beweglicher Besitz meiner Tochter ist dann das 2. Haus ab dem 5. Haus. Das 2. Haus ab dem 5. Haus ist das 6. Haus, somit zeigt der Herrscher des 6. Hauses wo die Brille meiner Tochter ist.

Diese Technik sieht kompliziert aus, ist aber nach einiger Übung ganz leicht.